Postredder oder “Bi de Krückeeck dor achter de Luus“
Wer sieht der heutigen neuen Straße mit den modernen Wohnhäusern, der Dörfergemeinschaftsschule, dem Schülerstopp, der asphaltierten Straße mit breitem Fußweg und der modernen Beleuchtung noch seine alte Geschichte und den früheren Zustand an?
Aufschreiben will ich, wie es einmal aussah, bevor all diese Neuerungen das Gesicht dieses Redders veränderten. Sicher haben im Mittelalter noch die Kartäusermönche des Klosters diesen Weg beschritten, später die Herzöge von Holstein als Erben des Klostergrundeigentums von Ahrensbök nach Lübeck oder Segeberg. Den Namen Postredder als Verlängerung der Poststraße erhielt dieser Weg durch die Alte Post an der rechten Seite kurz vor dem Rathaus. Über Hohenhorst, Gnissau, Travenort, Schlagberg führte der Weg der Post, der Rückweg auf der Südseite des Warder-Sees über Rohlsdorf, Heckkaten, Lebatz. Diese Umwege waren erforderlich, weil die heutige um 1840 gebaute Straße durch den Wardersee noch nicht existierte. Die Pferdepost nach Segeberg fuhr noch bis zum Jahre 1910.

Der Postredder war einst ein einspuriger Sandweg mit tiefen Wagenspuren, Wasserpfützen bei Regen und Staub bei trocknem Wetter, ein schmaler Fußsteig für die Minderbemittelten und Handwerksburschen, die kein Fuhrwerk hatten und sich die Postkutschen nicht leisten konnten. Um die Reise nach Lübeck oder Segeberg in einem Tag zu bewältigen, stand man schon um 3 Uhr auf und ging der Sonne entgegen. Von Fichten, Buchen usw. umgeben, im Windschutz hoher Knicks wanderte man zu damaliger Zeit in 4 Stunden nach Lübeck oder Segeberg. Jedenfalls war die Luft rein, das Wasser klar und der Herzinfarkt eine unbekannte Erkrankung. Lindenstraße, Gartenweg und Klosterstraße gab es damals noch nicht. Ein Kirchsteig- Sandsteig- führte von der Allee in Ahrensbök über eine Brücke hinter dem Apothekergarten an der Krückeiche vorbei, Postredder und dem heute noch vorhandenen Fußsteig zur Segeberger Chaussee.


Wer weiß heute noch, was der Name Krück auf einem Findling unter der Eiche zu bedeuten hat? Weshalb man zum Gedenken eines Mannes namens Krück eine amerikanische und keine deutsche Eiche gepflanzt hat, das weiß heute keiner mehr. Förster Krück war Revierförster in Hohenhorst. Das Haus, in dem er wohnte steht heute noch als schönes reetgedecktes Haus an der Redderkoppel. Er war ein humorvoller Förster, der viele Jagdgeschichten erzählen konnte. Wieviel davon Dichtung und Wahrheit war, wusste man nicht. Jedenfalls hatte Förster Krück ein gutes Herz und verhalf vielen armen Leuten in seinem langen Leben zu dem so nötigen Brennholz. So hat er es wohl verdient, dass man ihn auf diese schöne Art ehrte. Einige humorvolle Redensarten von Krück: Wenn jemand seiner Kunden über die schwere Arbeit des Stubbenrodens klagte, so sagte er „De ist doch blots op een End fast“ Ein Zimmermann hatte in seinem Haus einen Balken zu kurz abgesägt. Der Förster meinte “ob een End pass he“. Berühmt war sein Jägerlatein. Förster Krück schoss einen Fasan, der beim Abschuss einen Hasen erschlug, so dass er mit einem Schuss zwei Tiere erlegt hatte. Sein Sohn, von Beruf Beamter in Eutin, war ein ebenso leidenschaftlicher Jäger, und den Humor hatte “Onkel Revier“ wie man ihn nannte vom Vater geerbt. Er sagte dann auch zur Fasanengeschichte seines Vaters:“Jo Vadder, dat es wohl all lang her, as du dissen Meisterschuss dohn hess. Domals sünd seker de Hasen noch riecklich wess as hütodogs“. In fröhlicher Runde beim Schüsseltreiben war es sehr verpönt zu sagen „he lüggt“ Eine Enkelin von Krück lebt noch heute in Ahrensbök. Eine kurze Strecke in Richtung “Grüner Redder“ heute ebenfalls modern ausgebaut, stand eine Landarbeiterkate „De Luus“.

Im Gemeinderat wollte man auch die Verlängerung dieser Straße “De Luus“ nennen. Helle Empörung der Anlieger war die Folge, keiner wollte in „De Luus“ wohnen. So verschwand der Name. Hoffentlich gibt es noch ein Bild von der alten Kate, denn es würde sicher von den späteren Generationen gern betrachtet werden. Das ist auch der Zweck meines Schreibens, damit nicht in Vergessenheit gerät, was einmal war. Jedenfalls ist der Name Postredder erhalten und lässt die Krückeiche stehen. Es wäre doch gut, wenn man wüsste, wovon die Rede ist, wenn jemand sagt: “Bi de Krückeeck oder dor achter de Luus“, jedenfalls in Ahrensbök.
Aufgezeichnet von Wilhelm Wulf † von 1935-1940 Bürgermeister der Gemeinde Ahrensbök und Heimatforscher




Nachdem der Pavillon später neu eingedeckt und aufgearbeitet wurde bekam die Schwester des Besitzers das ehemalige Schwanenhaus als Erinnerungsgeschenk an ihren Elterlichen Hof nach Barkau überbracht. Es wurden auch Schwäne von den englischen Besatzern in der Nachkriegszeit zum Verzehr abgeschossen.
Der Bildkalender im Format DIN A 4 umfasst zwölf Monatsblätter sowie ein Titelblatt in Schwarz-Weiß. Auch über die Internetadresse des Heimatmuseums 
Ein vierzig Seiten umfassenden Bildband mit alten und neuen Fotos der Marienkirche, teils in Farbe und schwarz/weiß, zeigt Aufnahmen von innen und außen, sowie Luftaufnahmen. Der Bildband ist im Kirchenbüro, Kirchenladen und Heimatmuseum gegen eine Spende erhältlich.




Ahrensböker Museumskalender 2022
Das ist einerseits die Weinbergschnecke welche durch die Mönche des Kartäuser Klosters nach Ahrensbök gekommen ist. Der strenge Orden stammt aus einer einsamen Gebirgsschlucht La Chartreuse bei Grenoble. Die Schnecken wurden als Fleischersatz gezüchtet und stellten sicherlich für den Tisch eine wohlschmeckende Abwechslung dar und sollten hier bei uns im Norden nicht entbehrt werden. Sicher sind auch einige entwischt und haben sich in unserer Gegend gut verbreitet. Bis in jüngster Zeit wurden sie noch gesammelt und verkauft.
Der Winterling ist andererseits das zweite noch lebende Denkmal. Er blüht sehr oft schon vor dem Schneeglöckchen und verkündet als Frühblüher den nahenden Frühling. Diese Blume ist wohl als unsere Blume anzusprechen, da sie hier reichlich vorhanden ist, und falls sie anderswo gefunden wird, wie z.B. im Fürstengarten zu Lauenburg a.E., Husum oder Malente immer wieder Spuren nachgewiesen werden, die nach unserem Ort Ahrensbök zurück gehen. Deshalb hat die Ahrensböker Gill vun 1490, die sich die Heimatpflege zur besonderen Aufgabe gemacht hat, diesen lebenden Zeugen aus seiner ältesten Geschichte zu einem besonderen Schützling ernannt. Die Mönche des Kartäuser Klosters sollen ihn eingeführt und auf dem Gelände des Mönchskloster gepflegt haben. Die Pflanze ist in allen Teilen giftig. Sie gelangte später in den Ahrensböker Amtsgerichtsgarten „Hoppenbrook“ und auch in den Organistengarten, so bestätigt es auch der ehem. Lehrer W. Jäger in Ahrensbök. Bald verirrten sich auch einige in private Vorgärten und verbreiteten sich weit und breit.
Die Kartäuser-Nelke hat den Namen von den Kartäuser-Mönchen, die diese Pflanze seit dem 16. Jahrhundert in ihnen Klostergärten anbauten. Ob die Blume auch hier angebaut wurde ist nicht bekannt. Sie zählte offenbar aber zur Standardausstattung vieler