-NEU- Die Ahrensböker Mühle

Die Ahrensböker Mühle von Otto Hermann Blohm

Galerieholländer nannte man die Bauart mit dem charakteristischen Zwickstell in Höhe der Mühlenflügel und einem balkonartigen Umgang, der auch die Ahrenböker Mühle auszeichnete. Aufnahme von 1911.

 

Otto Hermann Blohm starb 1937 im 76. Lebensjahr. Bis kurz vor seinem Tod hatte er sich noch voll und ganz dem Beruf gewidmet.

1891 kaufte Otto Hermann Blohm, gelernter Müller und Getreidekaufmann, eine Windmühle in Ahrensbök, die die Jahreszahl 1875 auf dem Flügelkreuz trug. Die Mühle stand auf einem Berg, dem Mühlenberg im nördlichen Teil des Fleckens Ahrensbök. Nach dem Kauf der Mühle wurde eine Bäckerei eingerichtet. Der Verkauf von Backwaren und Getreide erfolgte auf der Diele. Das meiste Brot wurde auf den Landtouren verkauft, teilweise gegen Korn getauscht. Vor 1912 kaufte Blohm ein Grundstück am Bahnhof (später Kahlke & Melcher). Dort baute er ein Speicher und ein Silo für seinen Getreidehandel. Am 27. Februar 1926 brannte die Mühle ab. Das war für die Familie ein schlimmes Ereignis. Mit der Bäckerei in der Plöner Str. 17d (zuletzt Bäckerei Pitann/Siebuhr) wurde dann 1928 ein Neuanfang gemacht.

 

Feuer: Ahrensböker Wahrzeichen abgebrannt

Wie viele andere Mühlen, so brannte auch die Ahrensböker Mühle am 27. Februar 1926 ab.

Gestern Morgen gegen 8 Uhr wurde unsere Feuerwehr alarmiert. Die Windmühle des Hermann Otto Blohm stand in Flammen. Unsere freiwillige Feuerwehr war rasch zur Stelle und versuchte zu retten, was möglich war. Da das Feuer in dem vielen und trockenen Holzwerk der Mühle reiche Nahrung fand, war aber an ersticken des Feuers nicht zu denken, und die Feuerwehr musste sich darauf beschränken, die Nachbargebäude zu schützen, was auch gelang.

Die zur Hilfeleistung telefonisch herbeigerufene Lübecker Motorspritze traf mit 3 Autos gegen 9 Uhr hier ein, trat aber nicht erst in Tätigkeit, da keine weitere Gefahr mehr vorlag. Die schön eingerichtete und ausgebaute Mühle die auch für Dampfbetrieb eingerichtet war, ist bis auf die Umfassungsmauern vom Feuer vernichtet, das unmittelbar an die Mühle angebaute Maschinenhaus für den Dampfbetrieb ist vom Feuer verschont geblieben. Mit der Mühle ist wieder ein altes Wahrzeichen Ahrensböks, das weit ins Land hineinleuchtete, verschwunden. So zu lesen in den Ahrensböker Nachrichten im März 1926.

Die Ursache des Feuers konnte nie richtig geklärt werden, wie den Aufschreibungen von Grete Soechting, geb. Blohm aus der Biografie, welche dem Heimatmuseum übergeben wurde, zu entnehmen war.

Auch Wilhelm Wulf aus Ahrensbök, der mit Aufsätzen aus dem Ahrensböker Raum die „Blätter für Heimatkunde“ bereicherte, beschäftigte sich mit der Geschichte der Ahrensböker Mühle und der Ursache für den Brand:

Der Sturm heulte um die alte Windmühle; viel Getreide hatte sich wegen der langen Windstille angehäuft. Obwohl der alte Müllergeselle Willem gewarnt hatte: „Wi könnt bi dissen Storm nich mahlen“, befahl der Müller, die Mühle mit drei Mahlgängen in Betrieb zu setzen. Ein Zittern ging durch das Gebäude, als sich die Mühlensteine mit großer Geschwindigkeit in Bewegung setzten, aber selbst drei Mahlgänge konnten die entfesselte Kraft nicht bändigen. „Leg denn Pass in „,brüllte der Meister dem Lehrling zu (Pass= Bremse)“ und wenn de Pass hitt ward, köhlst du mit Water“. Es war umsonst, die Steine liefen sich heiß, es gab eine Mehlstaubexplosion, und die Mühlenflügel gerieten in Brand. Eine schaurig glühende Rosette stand funkensprühend am nächtlichen Himmel. Nach kurzer Zeit stürzte die Mühle krachend in sich zusammen, nur die Mühlenwelle ragte in den Himmel. Aus der heulend rasenden Kappe hatte sich der Lehrling noch mühsam retten können. Der Müllergeselle Willem Schröder, allen Kunden wegen seines Humors bekannt, sorgte sich um das Leben seines Mitarbeiters, denn die Mühle war ja versichert. Seine Warnung hatte man in den Wind geschlagen: „denn die Elemente hassen das Gebilde von Menschenhand“.

Die Mühle war auch ein beliebtes Motiv auf Ansichtskarten.
Auch den ” Hunnert Penn” Ahrensböker Notgeldschein aus dem  Jahr 1920 schmückt die Mühle.