Kurzer Überblick über 30 Jahre Vereinsgeschichte des Fördervereins Heimatmuseum Ahrensbök
Rede des 1. Vorsitzenden zum 30-jährigen Jubiläum des Fördervereins Heimatmuseum in der Großgemeinde Ahrensbök e. V. am 15. August 2026 (mit einer Ausstellung „Fleckenstraße – historische Bilder aus Ahrensbök“)
Am 21. Oktober 1996 wurde der Förderverein unseres Heimatmuseums als gemeinnütziger Verein gegründet.
Schon 1954 setzte sich der Kulturausschuss des Schützen- und Heimatvereins Ahrensbök für die Einrichtung eines Museums ein. Ihr Kulturbeauftragter Hermann Stölten, Rektor der damaligen Volksschule, hat Karten und Gegenstände gesammelt, die später mit seinem Schrifttum an das Landesarchiv in Schleswig gegeben wurden bzw. an das Ostholsteinmuseum in Eutin. Viele seiner heimatkundlichen Karten, Aufsätze und Arbeiten können wir heute in unserem Museum zeigen. Damals konnte ein Museum noch nicht eingerichtet werden.
1975 spricht Bürgermeister Wedde von der Gründung eines heimatkundlichen Arbeitskreises in Ahrensbök, der sich mit der Sammlung von Gegenständen und Urkunden aus der Geschichte unserer Gemeinde und der Gründung einer heimatkundlichen Stube beschäftigen möge. Auch soll der Gedanke der Heimatforschung in die Dörfer getragen werden. Drei Jahre später 1978 erklärt die Gemeindevertretung ihren Willen eine heimatkundliche Sammlung aufzubauen und mit finanziellen Mitteln zu unterstützen. Aber es sollte noch lange Jahre dauern.
Immerhin beauftragte 1987 die Gemeinde den ehemaligen Gymnasiallehrer Jürgen Brather im Zuge einer ABM-Maßnahme mit der Aufbereitung des vorhandenen Aktenmaterials. 1990 erschien sein Buch „Ahrensbök in Großherzogliche Zeit 1867 – 1919“. Der zweite Band für die Jahre 1919 – 1945 erschien 1998.
1988 besteht dann tatsächlich in Ahrensbök ein Arbeitskreis Geschichte, in dem Norbert Fick maßgeblich beteiligt war. In den 90er Jahren wurden die Bestrebungen wieder aufgenommen. Eine Gruppe von 7 Personen (Ulrich Barkmann, Anke und Klaus Zutz, Gaby und Wolfgang Brede, Hans Jürgen Gutjahr und kurzfristig Herr Martens und am Schluss Karl Jürgen Friederich) zeigte am 23. August 1996 eine Ausstellung „Alte Postkarten aus der Großgemeinde Ahrensbök“ in der Gemeindebücherei im Bürgerhaus. Das fand großen Anklang und Bürgermeister Frankenstein versprach einen zu gründenden Verein zu unterstützen, wobei er uns auch tatkräftig unterstützte. Am 21. Oktober 1996 erfolgte dann endlich die Gründungsversammlung unseres Fördervereins.
Den ersten Vorstand des Fördervereins bildeten Karl Jürgen Friederich als Vorsitzender, Gaby Brede als 1. Stellvertreterin, Werner Schaube als 2. Stellvertreter, Anke Zutz als Kassenwartin, Lisa Hormann als Schriftführerin sowie als Beisitzer Karl Möller, Ulrich Barkmann, Wolfgang Brede, Anneliese Grimm und Susanne Barez. Zwei Großspenden der Deutschen Bank und der Kreissparkasse Ostholstein und Zuwendungen von Privatpersonen stellten den Verein auf eine gesunde finanzielle Grundlage.
Im Frühjahr 1999 trat die Sozialstation im Bürgerhaus zwei Räume ab, in denen unser Verein jetzt ein Teil seiner Sammlung zeigen konnte. Daraufhin brachten viele interessierte Ahrensböker weitere Gegenstände, Dokumente und Bilder als Geschenk oder Leihgabe. Die Sammlung wuchs und bald herrschte große Raumnot. 2004 ermöglichte die Gemeindevertretung dem Förderverein den Umzug in zwei Räume des Alten Rathauses.
Der Vorsitzende Karl Jürgen Friederich aus Gnissau gewann nach Vereinsgründung mehr als 50 Mitglieder und diese Zahl wuchs ständig weiter, sodass wir heute ca. 130 Mitglieder im Förderverein haben. Im Jahr 2000 folgte auf Friederich Anneliese Grimm als Vorsitzende. Ihr haben wir ein weiteres Buch über Ahrensbök für die Jahre 1945 – 2004 zu verdanken.
Auf Frau Grimm folgte 2008 Erika Kühn für 3 Jahre, bevor Heinrich Klempan 2011 Vorsitzender des Fördervereins wurde. Er sponsorte das Binden der uns übergebenen Lübecker Nachrichten. Vom Ostholsteinmuseum Eutin erhielt der Verein 2004 als Leihgabe eine Kirchenbank aus der Marienkirche und das Barghorster Richtschwert, das bei Kindern immer wieder zu der Frage führt: „Ist da noch Blut dran?“ 2009 erwarb der Verein mit Unterstützung der Fielmannstiftung Bilder von Theodor Möller. Ehrlich gesagt bin ich ein Fan von seinen Fotografien, die sicherlich romantisierend, aber auch künstlerisch besonders gestaltet sind. Heinrich Klempan ist seit seiner Amtsübergabe Ehrenvorsitzender des Fördervereins.
2014 übernahm Jan Krause für 12 Jahre den Vorstand des Vereins. Es war nun der Umzug in die neuen Räume im Bürgerhaus zu bewerkstelligen mit einer Neugestaltung der Ausstellung. Gleichzeitig erhielt der Verein als Leihgabe das große Bahnhofsmodell, das der Hamburger Eisenbahnexperte Hans-Harald Kloth gebaut hatte und das seinen Platz im Eingangsbereich der Gemeindebücherei hat. Im Laufe der Zeit hat er mehrere Vorträge über das Holsteinische Eisenbahnwesen und den Bahnhof Ahrensbök gehalten. 2016 folgte ebenfalls als Leihgabe ein großes Puppenhaus, das Teresa Brandt aus Sarzbüttel in jahrelanger Arbeit erschaffen hat. Auch folgten Exponate zu der Apothekengeschichte und ein Originalgemälde des Künstlers Carl Fey. Die Modelle von der Turmhügelburg zu Havekost, vom Schloss und der Schlossanlage in Ahrensbök, vom Kartäuserkloster mit Marienkirche, von der Volksschule Ahrensbök u. a. wurden von unserem Ehrenmitglied Jürgen Bartels gefertigt. Die archäologische Ausstellung in unserem Museum hat sein Sohn Christian Bartels zusammengetragen. Natürlich gehört auch die Firma Hermann Jungclaussen, die das Licht nach Ahrensbök brachte, in die Ausstellung, heute durch Enkel Jens-Uwe Jungclaussen im Vereinsvorstand vertreten. Ebenso gehören die Ausstellungsstücke des Arbeiter-, Rad- und Kraftfahrbundes „Solidarität“ dazu, die unser ehemaliger langjähriger stellvertretender Vorsitzender Uwe Zöllner eingebracht hat. Unser jetziger stellvertretender Vorsitzender Dirk Matthews ist augenblicklich maßgeblich damit beschäftigt, den Nachlass unseres im Oktober letzten Jahres verstorbenen Vorstandsmitglied Ulrich Barkmann (Er war es 29 Jahre lang) zu sichten und einzusortieren und gleichzeitig die Systematik in unserem Museum voranzubringen. Ulis umfangreiche Bücher- und historische Zeitschriftensammlung konnten wir bereits in 3 Regalen unterbringen.
Alle Gegenstände, die nicht ausgestellt werden können, sind in Depots untergebracht worden, wofür wir hier noch einmal einen großen Dank an Volker Ziske (für Frau Myrau), Jens-Peter Kraushaar und Gerhard Gerlach aussprechen wollen.
Seit 2013 führt der Verein eine eigene Webseite, die Wolfgang Brede betreut. Hier kann man viele interessante und illustrierte Artikel zur Ahrensböker Geschichte nachlesen und auch einen virtuellen Rundgang durch das Museum vornehmen. Seit 2015 erscheint alljährlich im November der Museumskalender des Vereins, der sich großer Beliebtheit erfreut und bei Getränke-Goldt und im Kiosk von Frau Lange erhältlich ist.
Es gab auch eine Zeit der Unbilden: 2018 musste wegen Umbaumaßnahmen zwecks Türenumsetzung vieles umgeräumt werden. Und ein Jahr später kam es 2019 zu einem Wasserschaden im Museum. Im gleichen Jahr konnte man günstig neue Glasvitrinen anschaffen, die dann neu zu bestücken waren. So hörte die Arbeit der Mitglieder und vor allem des Vorstandes nie auf. Auch heute ist immer wieder manches im Fluss und neue Herausforderungen müssen geplant werden. So geht auch hier mein Dank an all die fleißigen Mitglieder.
Für die Zusammenarbeit mit der Fielmannstiftung mit deren großzügigen finanziellem Unterstützungen geht an dieser Stelle ein besonderer Dank an Frau Köster und deren Vorgänger Herrn Oswald. Die Bilder von Theodor Möller 2009 hatte ich schon erwähnt, hinzu kommen die Unterstützung beim Aufbau des Bahnhofmodells 2014, der Erwerb des Krützfeldt-Gemäldes von der Talmühle und der Erwerb der Luftaufnahme von 1972, die Globuswerk, Ziegelei und Bahnhof zeigt, in diesem Jahr.
Aber auch ein Dank geht an die Ahrensböker Familie Hopp, von der wir stets unterstützt wurden, auch in finanzieller Hinsicht. Das hat natürlich auch unseren Kassenwart Bernd Voigt gefreut, der seit Jahren unsere Finanzen zuverlässig im Griff hat. Über die Jahre hinweg hat der Förderverein den Ahrensbökerinnen und Ahrensbökern viele interessante Ausstellungen und Vorträge bieten können: Es seien hier nur einige genannt:
„Wer erinnert sich“ zeigte Gegenstände des 19./20. Jahrhunderts
„Schuhmacherwerkstatt“
„Ahrensbök, früher, heute, morgen“
Käthe Breede und Hilde Schneider ließen sich nach alten Zeiten befragen.
Fotoausstellung zu Theodor Möller (2011)
Friseurausstellung im Hause Arndt (2015)
Vortrag von Jürgen Wetjer über das Kloster Ahrensbök
Vortrag von Hans-Harald Kloth über das Eisenbahnwesen in Ostholstein
Vortrag von Mara Sieber über Pilgerwesen und Marienverehrung in Ahrensbök
Vorträge von mir über die Entstehungsgeschichte von Ahrensbök, über Vizelinkirchen in Holstein und über das Mühlenwesen.
Geselligkeit und gemeinsames Erleben: Über die Jahre hinweg fanden Ausflugsfahrten großen Zuspruch. Sie reichten von Besuch des Gottorf Schlosses 2004 bis hin zum Besuch des Auswanderermuseums in Bremerhaven 2023. Sehr beliebt bei unseren Mitgliedern ist der alljährliche vorweihnachtliche Kaffeenachmittag mit Programm.
Ansonsten schaut man ab und zu donnerstags von 16 bis 18 Uhr im Museum (März bis November) zum Klönschnack vorbei oder um unsere Erinnerungsstücke anzuschauen.
Besucher kommen hauptsächlich im Frühjahr und Herbst in unser Museum. Immer wieder kommen auch Besuchergruppen an einem vereinbarten Termin z. B. eine kirchliche Gruppe aus Sarau, eine Auswandererfamilie aus Australien, Lübecker Familienforscher, ehemalige Ahrensböker Schüler zum Klassentreffen u. a.
Auf der Webseite des Vereins erreichen uns oft Emails, deren Absender sich meist für ihre Verwandten bzw. Vorfahren interessieren. Deshalb haben wir seit einiger Zeit das Angebot zur Hilfe bei einer Familienforschung direkt angeboten. Außer meiner Person kümmert sich auch das langjährige Vorstandsmitglied Erich Marowski aus Dunkelsdorf um diese Anfragen. Nutzen Sie gerne dieses neue Angebot.
Nutzen Sie heute auch gerne unser Café, das wieder in bewährten Händen unseres ehemaligen langjährigen Vorstandsmitglieds Frau Rosi Schössow und ihren Helferinnen liegt.
Allen, die am Gelingen dieses großen Gemeinschaftsprojektes Heimatmuseum auf so vielfältige Weise mitgewirkt haben, sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön ausgesprochen. Mögen in dieser heute so schnelllebigen Zeit sich weiterhin genügend Interessierte finden, die die Heimatgeschichte unserer Gemeinde für zukünftige Generationen lebendig halten.
Die Fleckenstraße (Lübecker und Plöner Straße) von Ahrensbök in historischen Bildern
eine Ausstellung im Bürgersaal des Bürgerhauses in Ahrensbök (Mösberg 3) am 15. August 2026, 14 bis 18 Uhr

Die Entwicklung der Fleckenstraße, heute Lübecker Straße und Plöner Straße, nahm ihren Anfang im 13. Jahrhundert als Pilgerweg, der von Plön über Sarau nach Ahrensbök und von hier weiter über Dunkelsdorf und Curau nach Lübeck führte. Es entstand eine Pilgerkapelle auf einer Anhöhe, wo sich die legendäre Buche (bök) mit dem Nest eines Adlers (ahr) befand, die zur Namengebung „Ahrensbök“ führte. Erste Versorgungseinrichtungen und Herbergen entstanden. 1328 erfolgte mit dem Bau der Marienkirche an derselben Stelle sicherlich eine kleine Erweiterung entlang der Pilgerstraße. Eine deutliche Erweiterung erfuhr Ahrensbök in dieser Hinsicht erst durch zwei entscheidende Ereignisse. 1387 brachte der Bau der Kartäusersklosters an der Kirche, deren wirtschaftliche Blütezeit bis 1534 neue Bewohner, darunter auch Bauern, sowie viele Kaufleute und Handwerker in den Ort brachten. Aber auch durch seine günstige Lage zu den im 12. Jahrhundert bereits entstandenen Bauerndörfern ringsum wurde Ahrensbök zu einem ländlichen Zentralort. Als nach der Klosterzeit der Plöner Herzog sein erstes Schloss in Ahrensbök im nördlich von der Kirche gelegenen Spannbrook 1593 bis 1601 anlegte und hier 1622 bis 1636 residierte, setzte sich diese Entwicklung fort und die Bebauung an der Fleckenstraße dehnte sich erheblich aus. So wurde Ahrensbök zu einem lebendigen und vielfältigen Ort für Bewohner, Geschäfte und Gewerbetreibende und hatte 1912 bis 1933 sogar das Stadtrecht II. Klasse. Nach 1945 ging die Vielfältigkeit und Zahl der Geschäfte stetig zurück. Alte Gebäude wurden abgerissen und zum großen Teil durch neue ersetzt.
Unsere Ausstellung zeigt mit historischen Fotos, wie die Fleckenstraße von Ahrensbök in der Blütezeit einmal ausgesehen hat. Zur Orientierung und zum Vergleich sind aktuelle Bilder mit den heutigen Hausnummern in einem Mittelstreifen zu sehen. Darüber und darunter sind jeweils Fotos aus dem Zeitraum Ende des 19. Jahrhunderts bis etwa in die 1970er Jahre zugeordnet. Sowohl einzelne Gebäude, als auch ganze Straßenabschnitte, aber auch besondere Momente sind zu bewundern.