Ahrensbök historisch: Pfarrhaus

Pfarrhaus (Pastorat)

1836, wurde als Baujahr für das alte Pfarrhaus in Ahrensbök in der Lübecker Straße angegeben. Pastor Johann Christian Fabricius bewarb sich 1829 um das Kirchenamt in Ahrensbök. Ihm war bekannt, das die Kommune Ahrensbök mit Eintritt eines neuen Predigers ein neues Pastorat bauen wollte, es kam jedoch zu zeitliche Verzögerungen. (Anmerkung: Organist war Jürgen Hinrich Biebert seit 1798). Der Kirchenkonvent hatte festgestellt, dass das Haus zwar altmodisch, keinesfalls aber baufällig sei. Nach kurzem Wohnen stellte der Pastor fest:

Pastorat in der Lübecker Str. um 1950

Das Haus ist überaus baufällig. Der Grund und die morschen Unterlagen waren von Ratten unterminiert, die in Küche und Keller ihr Spiel trieben, alle Fenster waren undicht. Der Fußboden des Obergeschosses neigte sich in der Mitte, da ein gebrochener Balken nur notdürftig zusammen geflickt war. Das schlechte Straßenpflaster vor dem Hause machte den Ein- und Ausgang beschwerlich. Im Februar 1836 wurde der Neubau genehmigt. Im April 1836 zog der Pastor mit Familie in das naheliegende Predigerwitwenhaus und das alte Haus wurde innerhalb von 3 Tagen dem Erdboden gleich gemacht. Beim Schuttwegräumen fand man eine Notiz, dass das vorherige Pfarrhaus am 8. Januar 1687 abgebrannt sei und sofort ein neues zu bauen begonnen wurde. Bereits am 14. Juni 1836 wurde das Haus gerichtet und das Richtfest wurde beim Gastwirt Wiencke “Stadt Kopenhagen” gefeiert. Über der Haustür wurde eine blecherne Kapsel mit einem Schriftstück und den Hinweis auf den Spruch “Psalm 127,1 eingemauert (siehe Ahrensböker Nachrichten ca. 1.8. 1961 – Unser altes Pfarrhaus). Regnerisches Wetter und der Umstand, dass der Bauunternehmer zu gleicher Zeit ein weiteres Haus baute verzögerte die Fertigstellung. Der alte Schwengelbrunnen wurde noch durch einen Ziehbrunnen ersetzt. Am 11. November 1836 bezog der Pastor Fabricius mit seiner Familie nach genau sieben Monaten das neue Pfarrhaus. Linden und Hängebirken pflanzte er selbst.                                                                                                                       E. Marowski